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	<title>Kommentare zu: Theaterherbst-Ankündigung</title>
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	<description>kultur findet stadt</description>
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		<title>Von: Alfred Koch</title>
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		<dc:creator>Alfred Koch</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Nov 2010 16:59:09 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist weniger ein Drama &#039;um&#039; die Mariann&#039; als eins &#039;über&#039; das Auseinanderklaffen zwischen dem, was Menschen tun &amp; dem, was sie sagen. In den &#039;Geschichten aus dem Wienerwald&#039; verstecken die Menschen ihre Rachegelüste, ihre Gier, ihre Lüsternheit, ihre Bequemlichkeit, ja ihre Bösartigkeit unter einem Zuckerguss aus Kalendersprüchen, Kathechismuszitaten &amp; aufgeschnappten Allgemeinplätzen. Das macht das Stück derart beklemmend, derart zeitlos - &amp; ortsungebunden aktuell. (Mitnichten spezifisch Wienerisch - Die Uraufführung war ja auch 1931 in Berlin! - mit Hans Moser als Zauberkönig &amp; Paul Hörbiger als Rittmeister)
Dass man das in einer Zeitung wie der NÖN, deren Hauptexistenzgrund das tägliche Loblied auf den Herrn (Landeshauptmann) ist, auf das Drama um ein naives Mädel reduziert sehen will statt zu transportieren, dass Horvath selbst uns Heutigen exemplarisch zeigt, dass sich das, was Menschen tatsächlich tun, hinter einem mehr oder weniger gut geschneiderten Wortkostüm (aus Bodenständigkeit &amp; Rechthaberei) verbergen lässt, ist gut so. Horvath hat diesen Köder mit ziemlicher Sicherheit absichtlich ausgelegt. Wenn viele ihn schlucken, wird vielleicht mehr Menschen als bisher übel, wenn man ihnen mit derlei kommt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist weniger ein Drama &#8216;um&#8217; die Mariann&#8217; als eins &#8216;über&#8217; das Auseinanderklaffen zwischen dem, was Menschen tun &amp; dem, was sie sagen. In den &#8216;Geschichten aus dem Wienerwald&#8217; verstecken die Menschen ihre Rachegelüste, ihre Gier, ihre Lüsternheit, ihre Bequemlichkeit, ja ihre Bösartigkeit unter einem Zuckerguss aus Kalendersprüchen, Kathechismuszitaten &amp; aufgeschnappten Allgemeinplätzen. Das macht das Stück derart beklemmend, derart zeitlos &#8211; &amp; ortsungebunden aktuell. (Mitnichten spezifisch Wienerisch &#8211; Die Uraufführung war ja auch 1931 in Berlin! &#8211; mit Hans Moser als Zauberkönig &amp; Paul Hörbiger als Rittmeister)<br />
Dass man das in einer Zeitung wie der NÖN, deren Hauptexistenzgrund das tägliche Loblied auf den Herrn (Landeshauptmann) ist, auf das Drama um ein naives Mädel reduziert sehen will statt zu transportieren, dass Horvath selbst uns Heutigen exemplarisch zeigt, dass sich das, was Menschen tatsächlich tun, hinter einem mehr oder weniger gut geschneiderten Wortkostüm (aus Bodenständigkeit &amp; Rechthaberei) verbergen lässt, ist gut so. Horvath hat diesen Köder mit ziemlicher Sicherheit absichtlich ausgelegt. Wenn viele ihn schlucken, wird vielleicht mehr Menschen als bisher übel, wenn man ihnen mit derlei kommt.</p>
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